Altes Wissen neu entdecken?

In den letzten Jahren werden immer mehr Informationen zugänglich, die uns wirklich nachdenken lassen dürfen, ob alles, was wir heute für richtig und wichtig halten auch wirklich so ist. Höhlen auf der ganzen Welt, deuten bei näherem Forschen darauf hin, dass die Menschen die vor weit mehr als 15.000 Jahren gelebt haben doch nicht so „wild“ waren, wie wir bisher dachten ...

In der Lascaux-Höhle zum Beispiel entdecken wir Malereien, die nicht einfach zur Dekoration entstanden sein können und man vermutet, dass dort bereits spirituelle Rituale stattfanden. Auf der anderen Seite der Erde, in Australien, gibt es ebenfalls solche Felsbilder, die vermutlich noch wesentlich älter sind. Noch immer wissen wir kaum etwas darüber.

Kathedralen und Bauhütten

Gehen wir einen großen Schritt weiter in die Gotik. Wenn auch die heutige Kirche sich entschieden von Alchemie oder Astrologie distanziert, ist es doch sehr verwunderlich, dass in alten Kirchen und Kathedralen sehr häufig Symbole für beides zu finden sind. Da sieht man Sternzeichen-Uhren an den Fassaden oder an entsprechende Darstellungen an Rundbögen. Die Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft werden bildlich dargestellt ...
Die Bauhütten und Templer lassen grüßen!

Der Verdacht liegt doch nahe, dass die Erbauer dieser Gebäude weit mehr wussten als wir heute, oder? Nicht nur, dass die Kirchen auf Kraftplätzen entstanden, die es schon vor ihrer Zeit gab. Man hat auch festgestellt, dass geomantische Phänomene wie Wasseradern wohl ganz bewusst eingesetzt wurden, um bestimmte Wirkungen zu erzeugen. Die Ausrichtung nach Osten, die „Reinigungszonen“, Treppen, die schwer oder leicht zu besteigen sind und kleine Tricks, wie Gläubige ehrfürchtig das Gotteshaus betreten.

Städte und Häuser

Auch Bodenbeläge können den Gang erleichtern oder zu Busse machen, je nachdem wie das Material und die Art der Verlegung gewählt wurden – nicht nur im sakralen Raum.  Wer einmal in der, von Etruskern gegründeten, Stadt Bologna war, hat vielleicht etwas von dem gespürt, was ich meine. Der größte Teil der kilometerlangen Arkaden ist mit einem Terrazzo-Belag gepflastert, das einen leichtfüßig die Stadt erkunden lässt. Kaum ist ein Stück des Weges geteert, merkt man sofort den Unterschied.

Scheinbar wurde die Furcht vor Dämonen und schädlichen Einflüssen im Mittelalter recht groß, denn zu dieser Zeit mehren sich die sogenannten „Schutzsymbole“ an Häusern. Figuren über dem Eingang, Symbole und Ornamente an den Hausecken, Türklopfer als Abschreckung oder freundliche Geste gegenüber dem Besucher. Vielleicht sind Ihnen solche Symbole an alten Häusern schon einmal aufgefallen und Sie haben sich gefragt, was sie wohl zu bedeuten haben?

Über dieses alte Wissen könnte man ganze Bücher füllen, was ja auch schon teilweise geschehen ist. Einige finden Sie in meinen Büchertipps. An dieser Stelle möchte ich nur einen kleinen Denkanstoß geben ...

Und was machen wir heute?

Mir kommt wirklich so vor, als hätten wir uns bewusst von diesem Wissen abgeschnitten und uns ganz einseitig auf das eingelassen, was die Wissenschaft belegen kann. Aber gilt nicht auch ein Wissen, das sich auf Jahrhunderte-lange Erfahrung stützt, als bewiesen?

Leider sind wir viel zu sehr auf das fokussiert, was wir sehen und belegen können und machen häufig den „Fehler“, dass wir mit „Haus“ die Mauern und das Dach meinen und nicht den „Raum“ innerhalb dieser Mauern, denn nur den können wir wirklich betreten und der kann eigentlich auch nicht gebaut. Er kann gestaltet und mit Leben, mit einem Genius, mit Spirit gefüllt werden.

Das gelingt uns aber nur, wenn wir das rationale Denken bei Seite lassen. Dann sind wir wieder in der Lage ein „Zuhause mit Seele“ zu schaffen, mit dem wir in Harmonie leben können. Ein Umfeld, das uns nährt und unterstützt und uns das bietet, was wir generell oder im Augenblick brauchen.

 

Fotos: Ulrike Holtzem

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