Farben der Natur – sie leben!

Nachdem ich „Make Ink“ gelesen hatte, fühlte ich mich tatsächlich ermuntert, die Natur und meine Umwelt nach allen möglichen Beikräutern, Blättern, Früchten, Beeren und mehr zu durchsuchen. Zunächst war natürlich mein erstes Ziel der eigene Garten, aber auch der Wald in der Nähe oder Straßenränder. Dabei werden die Hände schmutzig, ebenso wie später die Küche und die Utensilien – aber es lohnt sich und fordert der Entdeckergeist heraus ...

Erstmal herantasten

Zunächst hatte ich mich auf die vermeintlich „einfachen“ Zutaten beschränkt, Holunderbeeren, Blaubeeren oder Kurkuma (aus dem Bioladen). Doch ganz so einfach war die Sache dann doch nicht. Entweder die Farbe sah schön aus und hat sich dann aber auf dem Papier total verändert – aus einem leuchtenden Dunkelrot wurde dann ein wunderschönes Violett-Grau. Aus einem knalligen Kurkumagelb wurde – mit der falschen Dosis von Natron – ein sehr zartes Zitronengelb. Viele Überraschungen also bei der Herstellung und beim anschließenden Testen.

Auch wenn die Farbe Grün in der Natur in großen Mengen vorhanden ist, ist sie den Blättern und Pflanzen teilweise nur sehr schwer zu entlocken – zumindest als kräftiges Grasgrün. Oft reicht es „nur“ zu verschiedenen Nuancen von Olivgrün. Wunderschöne Töne, keine Frage, wenn man aber ein kräftiges Saftgrün haben möchte, ist das nicht ganz so einfach. Mein erstes „richtiges“ Grün habe ich dann doch auch Gerstengras gewonnen. Hurra!

Entscheidend für die Wirkung der Farben ist allerdings auch das verwendete Papier – ob Bütten, Aquarell rau oder satiniert, es entsteht jeweils ein etwas anderer Farbton. Der kann sich auch mit der Zeit noch verändern, heller oder intensiver werden. Wie gesagt, die Naturfarben leben!

Jede Jahreszeit hat ihre Farben

Bei dem diesjährigen doch immer mal regnerischen Sommer habe ich noch nicht alle Grünvarianten ausprobieren können. Ich hoffe sehr, dass ich im Frühjahr noch schöne Grüntöne generieren kann. Aber dafür habe ich jetzt bereits schöne Herbstfarben ...

Und immerhin kann ich im nächsten Jahr nochmals auf die Pirsch gehen, z.B. in den Innauen oder Wäldern meiner Umgebung. Und über den Winter werde ich mich vielleicht an andere organische Materialien wagen wie Gips, Holzkohle oder Nüsse – vielleicht auch Kaffee oder Tee, aber das kennt man ja schon. Oder neue Mischungen und Rezepte ausprobieren.

Materialien und Farben ergründen

Hilfreich scheint mir, sich mit den organischen Materialien intensiv auseinanderzusetzen. Und das habe ich ebenfalls getan und die Lebensprinzipien (Mars. Venus, Jupiter etc.) der Pflanzen, Früchte Sträucher, Bäume erforscht. Zum Beispiel den Holunder mit seinen Früchten: Er wird den Lebensprinzipien Merkur und Uranus zugeordnet, je nachdem ob man die Signatur oder die Wirkung betrachtet.
Unsere Vorfahren hatten ziemlichen Respekt vor dem Holunder, dem Baum der Frau Holle, sodass sie ihn nicht leichtfertig gefällt hätten. Eine kleine „Gabe“ konnte ihn jedoch wohlwollend stimmen.

Wie ich lernen durfte, findet man die besten Rezepturen nicht, wie man denken könnte, bei Farben- und Tintenherstellern, sondern in der Alchemie, bei alten Färbetechniken für Stoffe und Wolle – oder einfach durch Recherche. Auf jeden Fall möchte ich mir Zeit nehmen, um mit den selbsthergestellten Naturfarben auf Papier kreativ zu werden, habe da schon ein paar Ideen.

Demnächst mehr hier auf meiner Website und in meinem nächsten Newsletter ...

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Fotocredits
Ulrike Holtzem;

 


 

Mehr zu den Lebensprinzipien

unter „Räume als Spiegel der Seele“ >>

 

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